Angesichts drohender Zinssteigerungen haben Growth-Aktien aktuell das Nachsehen. Value spielt wieder eine größere Rolle. Ob ein Aktienfonds nun der einen oder der anderen Kategorie zuzuordnen ist, ist nur selten auf den ersten Blick ersichtlich. Wir haben daher unsere TopFonds Liste um diese Information erweitert.

Der Blick in die Vergangenheit zeigt: Value und Growth wechseln sich immer wieder ab. Das ist fast so sicher wie das Amen in der Kirche. Erinnern Sie sich noch an die bekannteste Growth-Phase? Es war um die Jahrtausendwende, als sogenannte TMT-Titel (Technologie, Medien, Telekommunikation) für sehr starken Handel an den Börsen sorgten. Neue Internet-Unternehmen wie beispielsweise Google wurden über Nacht höher bewertet als gestandene, solide Unternehmen wie etwa Volkswagen. Heute schmunzeln wir darüber, denn die Zeit hat gezeigt: So ganz unangebracht waren die damaligen Erwartungen an Googles Zukunft nicht. Dennoch offenbart dieses Beispiel ein Problem: Bei Growth-Werten entpuppen sich Erwartungen, Hoffnungen und Ideen nicht selten als heiße Luft. Google hat es geschafft. Viele andere Technologiewerte aber nicht.

Das Gegenteil von Growth ist Value. Als Vater des Value Investing gilt Benjamin Graham. Sein stark quantitativ getriebener Ansatz wurde später von seinem Schüler Warren Buffett um qualitative Faktoren erweitert. Frei nach dem Motto „Kaufe den Euro für 50 Cent“ identifiziert der Value-Investor unterbewertete Unternehmen mit starker Marktposition. Er sucht also gezielt nach Qualitätsaktien, die – seiner Ansicht nach – unter dem inneren Wert notieren. Und ebendieser Stil war prägend nach dem Platzen der Internetblase 2002.

Und heute? Aktuell ist wieder ein Abverkauf von Growth-Werten zu beobachten. Das liegt insbesondere daran, dass die Märkte Zinssteigerungen erwarten, denn die wirken sich auf Wachstumswerte in der Regel negativ aus. Hinzu kommt noch die hohe Inflationserwartung. Value-Aktien mit hohen und stabilen Dividenden können in dieser Situation zu einem positiven Realertrag beitragen.

Wir haben dies zum Anlass genommen, unsere Empfehlungsliste um eine Information zu erweitern: Ist ein Aktienfonds eher dem Value- oder dem Growthlager zuzuordnen? Das ist nicht immer sofort ersichtlich. Dem Namen zu folgen, kann gefährlich sein, denn nicht selten tragen Fonds das Wort „Growth“ im Namen, obwohl sie mit Growth gar nichts zu tun haben. Einfacher ist es hingegen, wenn Morningstar solche Fonds eindeutig einer Value- oder Growthkategorie zugeordnet hat. Und wenn das nicht der Fall ist, hilft die Stylebox ebendieses Ratinghauses. Sie zeigt an, ob die Rendite eines Fonds eher Growth-, Value- oder Blendcharakteristika aufweist.

In unserer Empfehlungsliste finden Sie die entsprechende Information – natürlich nur bei Aktienfonds – in der letzten Spalte.

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Über den Autor

Sasa Perovic

Sasa Perovic ist Ansprechpartner für das Investment Research sowie für unsere Produktpartner.
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