Das Thema „Inflation“ gewinnt an Aufmerksamkeit.

Nach dem Ende der Lockdowns stehen die Zeichen auf „Neustart“. Die Wirtschaft kommt nach den harten Einschnitten wieder in Schwung. Viele Entwicklungen sprechen jetzt für steigende Verbraucherpreise.

Zum einen zeigt ein Blick auf den Alltag: Viele Geschäfte und Dienstleister mussten wegen der Lockdowns ihren Betrieb einstellen und haben ihre Reserven aufgebraucht. Dazu zählt eine ganze Reihe von Betrieben, die zum Warenkorb beitragen, der die Grundlage für die Messung der Verbraucherpreise bildet. Die verschlechterte Situation der verbleibenden Geschäfte und Dienstleister legt es nahe, dass sie die Preise erhöhen werden, um die Defizite der letzten Monate zu kompensieren und die Reserven wieder aufzustocken.

Wenn die Shutdown-Maßnahmen im Jahresverlauf aufgehoben werden können, dürfte sich zudem die aufgestaute Konsumnachfrage Bahn brechen. Die Sparquote war 2020 deutlich gestiegen, in Deutschland mit 16 % auf den höchsten Wert seit der Wiedervereinigung. In den USA wuchs durch die großzügige Fiskalpolitik das Vermögen der Privathaushalte. Die hohen Ersparnisse sind zwar eine gute Grundlage für einen Konjunkturaufschwung, dürften aber auch für steigende Preise sorgen.

Wirft man einen Blick auf die Industrie, dann gilt es für die Mitarbeiter dort, Versorgungsprobleme zu bewältigen. Kapazitätsengpässe im internationalen Frachtverkehr haben beispielsweise zu Lieferverzögerungen und steigenden Preisen geführt. Und Unternehmen der Automobil-, Maschinenbau- und Elektroindustrie kämpfen mit der Verknappung bei Stahl und Mikrochips. Der Nachschub verzögert sich. Zulieferer können die Abnehmer bevorzugen, die einen höheren Preis zahlen.

Bei Produkten aus dem Bereich der Energieversorgung kommt es zu einer verstärkten Nachfrage nach Rohstoffen wie z. B. Kupfer. Kupferförderung und -aufbereitung können aber nicht kurzfristig auf die erhöhte Nachfrage reagieren. Daher steigt der Preis.

Die Geldpolitik folgt der Konjunkturpolitik im globalen Kontext und schafft mit der aufgeblähten Geldmenge die Basis für eine erhöhte Inflationsrate. Deren langfristigen Zielwert weisen die Notenbanken mit 2 % aus. Die Bundesbank hat bei ihren Analysen im Rahmen ihrer regelmäßigen Befragungen privater Haushalte eine erwartete Inflationsrate von 3,1 % ermittelt.

 

Die Grafik zeigt die Höhe der Inflation in Deutschland seit dem Jahr 2000.

Quelle: Statistisches Bundesamt

Es bietet sich vor diesem Hintergrund an, bei Investments in Rentenfonds auf das Thema Inflationsschutz zu achten. Bezüglich ihrer Zinsausschüttung ähneln entsprechende Anleihen einer variabel verzinslichen Anleihe: Bei Inflation steigt die Zinsausschüttung (Realkupon), bei Deflation fällt sie. Die reale Rendite bleibt so stabil. Auch der Rückzahlungskurs kann von der Inflationsentwicklung abhängig sein. Indizes wie der Bloomberg Barclays World Government Inflation-Linked Bond Index (1-10yr) können Orientierungsgrößen für die Inflation-Linked Bonds, ILBs, sein.

Da mit einer höheren Inflation auch höhere Zinsen einhergehen, bieten Inflations-Linker auch einen gewissen Schutz vor steigenden Zinsen.

Es gibt mehrere Fonds, die sich vor allem in der SRRI-Einstufung unterscheiden:

Nomura Real Return R/EUR, ISIN: DE0008484361

Nomura ist eine weltweit tätige Fondsgesellschaft mit japanischen Wurzeln, die rund 510 Mrd. US-Dollar verwaltet. Der Fonds von der TopFonds Liste investiert in Anleihen von Emittenten guter Bonität und alle Laufzeitklassen. Er ist mit SRRI 4 eingestuft.

Fidelity Funds – Global Inflation-Linked Bond A Acc (EUR) H, ISIN: LU0353649279

Der mit SRRI 3 eingestufte Fonds hat aktuell ein Volumen von rund 1,4 Mrd. Euro und ist nur als thesaurierende, in Euro gehedgte Tranche verfügbar. Die Anlage erfolgt zu 60 % in US-Dollar-Anleihen. Er legt in Staatsanleihen guter Bonität an und kann ein Laufzeitspektrum bis zu zehn Jahren nutzen.

Candriam Bonds Global Inflation Short Duration C, ISIN: LU0165520114

Der Fonds weist aktuell ein Volumen von rund 161 Mio. Euro auf. Die Anlage erfolgt fast ausschließlich in Staatsanleihen mit einer Laufzeit bis zu fünf Jahren. Schwerpunkt sind US-Anleihen. Das Anlagespektrum umfasst auch einen bis zu 20 % betragenden Anteil an Schwellenländeranleihen mit einem Rating von mindestens B−. Der Fonds ist mit SRRI 2 eingestuft.

Die einzelnen Anleihen können in den Details unterschiedlich gestaltet sein. Dass sich die Bemessungsgrundlagen der nationalen Warenkörbe unterscheiden, eröffnet zusätzliche Ansatzpunkte für ein erfolgreiches, aktives Fondsmanagement. Ein direkter Vergleich der Fonds ist schwierig, weil ihnen unterschiedliche Peergroups zugeordnet werden. Die unterschiedlichen Risikoklassen hingegen erleichtern die Auswahl in der Beratung.

Die Anleihen weisen andere Korrelationseigenschaften als herkömmliche Anleihen auf und eignen sich damit sehr gut als Satelliten-Investments im Rahmen eines Core-Satellite-Investment-Ansatzes.

Über den Autor

Rolf Krahe

Rolf Krahe unterstützt Sie beim Einstieg in die digitale Beratung mit dem Investment-Shop und dem Concierge-Service. Darüber hinaus ist der Diplom Ökonom Ansprechpartner für die Themen Kapitalmärkte, Depotstrukturierung und Depotcheck

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E-Mail: Rolf.Krahe@bfv-ag.de

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