In Krisenzeiten spielen Sparpläne ihre Stärke aus: Anleger profitieren vom sogenannten Durchschnittskosteneffekt (engl. Cost Average Effekt), wenn sie permanent am Ball bleiben. Und je länger sie das tun, desto größer ist der Zinseszinseffekt.

Wer langfristig Vermögen aufbauen möchte, kommt an einem Sparplan nicht vorbei. Durch regelmäßiges Sparen – auch kleiner Beträge – kommt mit der Zeit eine ordentliche Summe zusammen. Der unschlagbare Vorteil von Sparplänen: der Zinseszinseffekt, auch als „achtes Weltwunder“ bezeichnet. Warum, das verdeutlicht folgende Beispielrechnung.

Der Zeiteffekt

Legt ein Anleger jeden Monat beispielsweise 100 Euro in einen Fondssparplan an, erzielt er damit in 30 Jahren ein Vermögen von 81.870 Euro – bei eingezahlten 36.000 Euro. Vorausgesetzt, sein Fondssparplan hat eine moderate Rendite von durchschnittlich 5 % p. a. erzielt.

Quelle: BfV Investment-Research

So weit, so gut. Interessant sind nun aber folgende zwei Aspekte. Erstens: Sein Zugewinn allein durch die Rendite des bereits angesparten Kapitals liegt im letzten Jahr bei durchschnittlich 323 Euro monatlich, also dem mehr als Dreifachen der Sparrate. Und bei einer zusätzlich eingebauten Dynamik von 2 % p. a. steigt dieser Wert auf 503 Euro. Zweitens: Die Auswirkung des Zeiteffekts ist umso größer, je früher der Anleger mit dem Sparplan beginnt. Folgende Grafik verdeutlicht das:

Quelle: BfV Investment-Research

Im Umkehrschluss bedeutet das, dass ein Spätstarter überproportionale Nachteile hat. Beginnt der Sparplan erst nach der Hälfte der Zeit (15 Jahre), so reicht es nicht aus, die Sparrate einfach zu verdoppeln, um den gleichen Endbetrag von 81.870 Euro zu erzielen. Vielmehr ist der Faktor größer als 3: Der Anleger muss dann nämlich bereits rund 305 Euro investieren. Und wer gar erst zwanzig Jahre später mit dem Sparen beginnt, muss rund 522 Euro monatlich aufwenden.

Durchschnittskosteneffekt: mehr Rendite auch in Krisenzeiten

Langfristige Sparpläne lösen auch ein anderes Problem: Aktienkurse unterliegen mitunter deutlichen Schwankungen. Sparpläne nutzen diese Schwankungen aus und profitieren vom sogenannten Durchschnittskosteneffekt. Was bedeutet das? Bei einer gleichbleibenden Sparrate von beispielsweise 100 Euro kann der Anleger in fallenden Märkten mehr Fondsanteile kaufen. Erholen sich die Kurse wieder, gewinnt er zweimal: zum einen durch die Kurssteigerung und zum anderen durch die größere Anzahl an Fondsanteilen.

Quelle: BfV Investment-Research

Die linke Grafik verdeutlicht diesen Effekt. Dank der Schwankungen konnten in diesem Beispiel insgesamt 5,66 Fondsanteile gekauft werden. Bei gleichbleibenden Kursen wären es lediglich fünf Anteile.

Und auch die rechte Grafik liefert eine interessante Erkenntnis: Die Anleger A und B zahlen monatlich jeweils in einen Fonds ein. Am Ende steht der Kurs beider Fonds bei 110. Doch während der Fonds von A überwiegend steigende Kurse zu verzeichnen hatte, musste B mit seinem Fonds auch deutliche Verluste hinnehmen. Nun kommt die Überraschung: Trotz der Verluste hat B ein höheres Endvermögen (682 Euro gegenüber 591,80 Euro). Der Grund: In Phasen fallender Kurse konnte B mehr Fondsanteile kaufen und somit am Ende vom Durchschnittskosteneffekt profitieren.

Übrigens: Auch bei Einmalanlagen kann Ihnen dieser Effekt helfen, da es schier unmöglich ist, den idealen Zeitpunkt für einen Einstieg zu finden. In der Historie gab es immer wieder Ereignisse, bei denen der DAX deutliche Rückschläge zu verzeichnen hatte, beispielsweise die große Finanzkrise 2008/2009 (−54 %) oder die Asien-/Russlandkrise mit −35 %.

Gerade in der aktuellen Krise kann es sinnvoll sein, eine geplante Einmalanlage nicht sofort zu tätigen, sondern auf einen Zeitraum von mehreren Monaten aufzuteilen. So lässt sich die Frage nach dem idealen Zeitpunkt umgehen und die Schwankungen werden nivelliert. Ziehen die Kurse wieder an, profitieren Sie auch hier wieder vom Durchschnittskosteneffekt.

Fazit: Sparpläne sind das ideale Mittel, um langfristig Vermögen aufzubauen. Gerade in schwankenden Marktphasen werden Anleger, die am Ball bleiben, dank des Durchschnittkosteneffektes belohnt. Und auch in puncto Einmalanlage kann dieser Effekt helfen: Anstatt eine Anlagesumme auf einmal zu investieren, kann es vorteilhaft sein, sie über mehrere Perioden zu strecken.

Über den Autor

Sasa Perovic

Sasa Perovic ist Ansprechpartner für das Investment Research sowie für unsere Produktpartner.
Er steht Vermittlern bei Fragen zu Kapitalmärkten, Investmentfonds, Portfoliostrukturierungen uvm. zur Verfügung und ist für einen Großteil der Publikationen im Research Bereich zuständig. Hier kommt ihm seine mehrjährige Erfahrung zu Gute, die er auch seit einigen Jahren für die Erstellung eigener Publikationen in diesem Sektor nutzen konnte.

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